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Vom Horoskop zum Psychotest

Während das Horoskop eine lange Tradition bis ins Altertum aufweisen kann, hat die Moderne psychologische Methoden zur Identifizierung der Seele hervor gebracht, wie sie in der Berufswelt Verwendung finden.  Man sucht Kriterien, die Charakter und Verhalten transparent  machen, um eine Vorhersehbarkeit der menschlichen Eigenschaften zu gewinnen.  Das Ergebnis dieser Bemühungen ist eher unbefriedigend, weil die Seele scheu ist und sich den Bemühungen um Transparenz gerne entzieht.  Die Unschärfe aller Psychogramme besteht darin, dass jegliche formulierbare Kriterien nicht preisgeben, auf welchem Entwicklungsstand und in welchem Reifungsstadium sich eine Seele befindet.  Tatsächlich kann man dieselben Probleme auf ganz unterschiedlichen Handlungsebenen lösen,  je nachdem, zu welchem Reifungsbewusstsein man durchgedrungen ist oder eben nicht.  Diese Tatsache erklärt die Unmöglichkeit, einen Psychotest so zu gestalten, dass eben diese Unwägbarkeit abbildbar wird.

Das Gleiche gilt auch für das Tierkreispsychogramm.  Hierbei wurde der erfolgreiche Versuch unternommen, aus dem traditionellen Horoskop  der Astrologie durch Umgestaltung der astrologischen Struktureinheiten zu einer psychologisch gängigeren Nomenklatur das ehemals unscharfe Seelenbild zu einem modernen Psychogramm mit psychologisierenden Kriterien umzugestalten.  Der eigentliche Dimensionensprung dieses Unterfangens liegt in der Neuschöpfung eines psychologisierenden Kaleidoskops kurzer Etikettierungen, die das Skelett eines Psychogramms ausmachen.  Die zu treffende Auswahl der Etikettierungen wird mit Hilfe des Horoskopdatensatzes erbracht, so dass hier die Brücke zwischen ursprünglichem Horoskop und neuartigem Psychogramm zu finden ist.

Um das Tierkreispsychogramm zu formulieren, gibt es demnach variable Gestaltungsmöglichkeiten.  Die traditionelle Variante bezieht noch die astrologischen Struktureinheiten völlig mit ein in ihre Deutung, wobei parallel dazu die neuartigen Psycho-Etikettierungen dargeboten werden.  Diese Präsentation hat noch viel Nähe zum ursprünglichen Horoskop.

In verkürzter Darstellung werden die astrologischen Struktureinheiten samt Deutungen weggelassen und nur noch die Psycho-Etikettierungen dargeboten, man könnte sie auch „Orakel , „Kernsätze“ oder „Etikettierungen“ nennen.  Hier wird der Ratsuchende konfrontiert mit einem Kaleidoskop oder eben einer Kompaktversion von 28 psychologisierenden Orakelsprüchen, die er auf seine Seele einwirken lassen muss, um Zugang zu seinem Seelen-Code zu finden, denn genau das sind diese 28 Aussagen.  Fällt ihm das schwer, so darf er die dem Horoskop näher stehende Vollversion zu Rate ziehen, um sich inspirieren zu lassen.  Der Wiedererkennungswert der einzelnen Orakel ist umso höher, je mehr man auf der Suche ist nach sich selbst oder nach Gott.  Ein hoher Wiedererkennungswert ist immer dann gegeben, wenn die Orakel Kritik formulieren, die man vielleicht weniger gerne hört.   Die Kehrseite der Medaille ist ein spirituelles Durchbruchsgefühl, das einer Ahnung von der Existenz Gottes gleich kommt.  Also, kein Schmerz ohne nachfolgende Erlösung.