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Fehlende Geburtszeit, Geburtszeitkorrektur, Geburtszeitermittlung am Beispiel von Adolf Hitler und Ludwig van Beethoven

 

Eine Schwachstelle aller astrologischen Deutungssysteme ist ihre Abhängigkeit von einer definitiven Geburtszeit des Datengebers, erst die Uhrzeit der Geburt macht eine Bestimmung des Aszendenten und der Häuser möglich.  Damit sind astrologische Ratsuchende  ohne Geburtsuhrzeit benachteiligt gegenüber denjenigen mit verfügbarer  Uhrzeit. Tatsächlich ist die klassische Horoskoparbeit deutlich behindert beim Fehlen der exakten Geburtszeit.  Diese Abhängigkeit liegt darin begründet, dass die Hauptaussagen der klassischen Horoskopdeutung sich rekrutieren aus Interpretation der Planeten in Häusern und Sternzeichen.  Das Horoskop verliert an Wert, wenn die Häuser nicht stimmen und wenn der Aszendent fehlt, denn mit ihm fehlt dann auch der Deszendent, das Imum und das Medium coeli  als Eingangspforte für das Horoskop und auch der Standort des schnell laufenden Mondes ist nicht bestimmbar.

Die neuartige Tierkreismethode hat sich entwickelt aus der klassischen Horoskoparbeit mit einigen entscheidenden Unterschieden.  Sie hat über das klassische System hinaus eine neue Struktureinheit in die Deutung miteinbezogen, welche im alten System zwar vorhanden, aber nicht genutzt wird.  Als Neuerung sind die 360 leeren Tierkreisgrade instrumentalisiert worden, indem jeder Grad versehen wurde mit einer knappen Aussage, die sich bewegt zwischen Moralverhalten und psychologischer Charakterologie, also Persönlichkeitsmerkmale eines Menschen.  Es sind somit 360 Etikettierungen mit psycho-sozialen Inhalten zur Horoskopdeutung dazu gekommen, welche aktiviert werden von den Planetenständen.  Eine Eigenheit der Tierkreismethode besteht darin, dass der Planet nicht nur seinen eigenen Standort – Tierkreisgrad – aktiviert, sondern auch die gradgenaue Opposition dazu, womit er immer zwei Aussagen schultert, seine Standortaussage, und die Opposition dazu. Mit dieser Methode erzeugt man nun bei zwölf Planeten 24 Aussagen und bei Einbeziehung von Aszendent-Deszendent, Imum coeli-Medium coeli  noch einmal vier Aussagen, also insgesamt 28 Aussagen über den Datengeber.  Fehlt nun die Uhrzeit des Datengebers, so hat man immer noch 23 Aussagen zur Verfügung, die durchaus noch ein treffsicheres Bild des Ratsuchenden entwerfen können.

Wie aber kann man mit diesem System eine Uhrzeitkorrektur oder gar eine Geburtszeitbestimmung bewerkstelligen?   Die Tierkreismethode versieht jeden Grad des Tierkreises mit einer unverwechselbaren Etikettierung, die sich eignet, bestimmt Persönlichkeitsmerkmale zu kennzeichnen.  So passen manche Aussagen sehr vortrefflich, anderen hingegen gar nicht zu einer Person.  Mit guter biographischer Kenntnis und etwas  Intuition oder Inspiration  kann man auf diese Weise fehlende Uhrzeiten nachspüren und unrichtige Uhrzeiten korrigieren.

Häufig ist die Geburtszeit ungenau, weil die Hebamme in der Geburtsdokumentation ein paar Minuten nach oben oder unten abgerundet hat, was im stressigen Kreissaal sehr häufig passiert.  Normalerweise ist hier keinerlei Korrektur möglich, wie denn auch.  Mit dem neuen Tierkreissystem aber gibt es eine inhaltliche Nomenklatur der einzelnen Zeiteinheiten, Minuten, welche für den Aszendenten in Frage kommen.  Ist die Person erwachsen und in ihrer Charakterologie schon gut sichtbar, so kann man Minute für Minute  bzw. Grad für Grad die in Frage kommenden Etikettierungen überprüfen, um zu entscheiden, welche Aussage als Aszendent möglicherweise am besten zum Datengeber passt.  Oft sind nur ein paar Minuten Korrektur nötig, und das Bild des Datengebers wird vom Aszendenten/Deszendenten/Imum coeli/Medium coeli viel nachvollziehbarer und befriedigender für den sein Spiegelbild Suchenden.

Natürlich lässt sich das auch übertragen auf die Suche nach dem richtigen Standort der Sonne, wenn nämlich der Geburtstag nicht ganz genau feststeht.  Da die Sonne  ungefähr jedem Tag einen anderen Grad anschneidet, kann man einen Vergleich der Persönlichkeit mit der Aussage des angeschnittenen Grades durchführen und sich dann entscheiden, an welchem Tag die Geburt am wahrscheinlichsten stattgefunden hat.  Ein gutes Beispiel für diesen Sachverhalt liefert Beethoven.  Sein Geburtstag ist nicht genau überliefert, er sei entweder am 16 oder am 17. Dezember 1770 in Bonn geboren.  Die Tierkreisetikettierung für das Datum 16.12.1770 in Bonn lautet „Der Mensch verdorrt in der Unwahrheit“.  Kann das Beethoven sein, der Erbringer erhabenster Musik?  Eher nicht.  Die Tierkreisaussage für den 17.12.1770 in Bonn lautet:  „Der Mensch versinkt in der Verzweiflung“.  Beethoven ist nach seinem 40zigsten Lebensjahr langsam aber unaufhaltsam ertaubt, begleitet von quälendem Tinnitus.  Hier findet man Beethoven schon eher gespiegelt, sogar sehr treffend, angesichts seines schweren Schicksals, seine wunderbare Musik im letzten Drittel seines Lebens selbst nicht mehr hören zu können.

Fehlt die komplette Geburts-Uhrzeit, so gibt es eine Wahrscheinlichkeitssuche mit Hilfe der Tierkreismethode, eine letzte Sicherheit gibt es natürlich nicht.  Man instrumentalisiert hier das Häusersystem, indem man deduktiv versucht, den wahrscheinlichsten Sonnenstand im Haus zu bestimmen.  Dazu gehört eine gute Kenntnis der Funktionen der einzelnen Häuser und eine sehr detaillierte, intime  Kenntnis der biographischen Umstände des Klienten.  Auch hier bietet die Tierkreismethode ein genaues Raster für jedes einzelne Haus.  Vergleicht man dann die biographische Verwirklichung des Klienten und die Charakteristik der einzelnen Häuser, so kann man sich festlegen, welches Haus zur biographischen Verwirklichung des  Sonnenstandes  am besten passt.  Dort hinein projiziert man die Sonne, welche die Lebensaufgabe symbolisiert.  Hat man sich festgelegt, so braucht man nur noch das Horoskoprad nach rechts und links wandern zu lassen, so dass man den Sonnenstand im Haus gerade noch belässt. Damit ergeben sich, je nach Häusergröße,  ca. dreißig Möglichkeiten für den Aszendenten, aus denen man wiederum die wahrscheinlichste Etikettierung des Klienten heraus filtern muss, je nach seiner Verwirklichung. Die Methode ist zeitaufwändig, aber oft verblüffend befriedigend für den Klienten, wenn man seine Verwirklichung gut getroffen hat.

Ein überzeugendes Beispiel für die Effektivität dieser Methode ist das Psychogramm von Adolf Hitler.  Niemand weiß die genaue Geburtszeit, er sei „nachmittags“ geboren, Genaueres ist nicht bekannt.  Überprüft man nun das Zeitfenster zwischen 14 und 18 Uhr, so kommen drei Häuser in Frage, das siebte, das achte und das neunte Haus.  Betrachtet man jetzt die Häuserbedeutungen, so ist Hitlers Verwirklichung im 7. Haus, dem Haus der Liebeserfüllung mit einem Du, schwer vorstellbar, entfällt somit.  Das neunte Haus beinhaltet die Suche nach Religion, Spiritualität,  innerer Einkehr und Gott,  auch unvorstellbar bei Hitler.  Bleibt nur noch das achte Haus, das Haus der Irrtumsüberwindung, der Korrektur fehlorientierten Denkens mit Aufforderung zur Erkenntnis der eigenen Fehlerhaftigkeit,  hierhinein gehört Hitler geradezu zwingend.  Bleiben also noch ca. 30 Möglichkeiten der Platzierung des Aszendenten, die einen Sonnenstand im achten Haus zulassen.  Meine Wahl traf  bei Hitler auf folgendes AC-DC-IC-MC Kreuz:  „Der Mensch über Macht aus ohne Verantwortung“, „Der Mensch muss seinen Anspruch loslassen“, „Der Mensch tötet die Andersdenkenden“ und „Der  Verstand verzichtet auf Führungsanspruch beim karitativen Handeln“, wobei letzteres das ideelle Lernziel ist.  Die dazugehörige Uhrzeit lautet 15:15.  Es könnte also gut so gewesen sein.

Eine effektivere und überzeugendere Methode zur Uhrzeitkorrektur und Geburtszeitermittlung gibt es derzeit nicht in der Astrologie.  Die einzig formulierbare Kritik an der Methode besteht darin, dass die Allgemeingültigkeit des verwendete Rasters angezweifelt würde.  Die Antwort auf diesen berechtigten Einwand besteht darin, dass die Methode eine Qualitätskontrolle nicht scheut.  Jeder kann sein eigenes Psychogramm anfertigen lassen und das anderer Personen seiner Wahl und es auf seine Treffsicherheit überprüfen.  Ist die Treffsicherheit der Aussagen bei möglichst vielen Leuten hoch, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Tierkreismethode eine universale Gültigkeit aufweist.  Wie gesagt,  nennt man diese Art der Beweisführung über die reine Inspiration hinaus,  heutzutage auch „Qualitätskontrolle“.