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Spricht Gott auch heute noch zu uns?

Das Wort Gottes steht wohl konserviert in der Bibel, vielleicht auch noch im Koran, dann aber wird es schon sehr dünn mit den offiziell anerkannten Ansprachen des Herrn, obwohl die Amtskirche sich knapp 2000 Jahre lang bemüht hat, jede Menge Stellvertreter Gottes auf Erden ins Amt zu befördern, die theoretisch nach ihrem Amtsanspruch befähigt sein müssten, Gottes Worte zu verkünden.  Vorsichtshalber aber hat man diese Verkündigungen lieber nicht in die Bibel aufgenommen, weil sich rückschauend viele davon doch als unhaltbar erwiesen hatten, wenn genügend Zeit ins Land gegangen war, hat sich auch die Amtskirche von den gröbsten Irrtümern ihrer Stellvertreter Gottes auf Erden wieder distanziert, während in den aktuellen Verkündigungen mit viel Nachdruck auf dem Unfehlbarkeitsanspruch beharrt wird, als ob Gott selber spräche.  Leider ist dieses System mit der historischen Rückschau auf die vielen posthumen Irrtümer nicht wirklich überzeugend.

Also gibt es heutzutage gar keine „echten“ Gottesworte mehr, die auch im historischen Rückblick ihre Unantastbarkeit nicht verlieren wie die zahllosen päpstlichen Irrtümer?  Wie müsste denn ein „echtes“ Gotteswort aussehen, das nicht dem Verfall einer schnelllebigen Halbwertzeit unterliegt und nach angemessenem Zeitraum wegen Gültigkeitsverlust revidiert und entsorgt werden muss wie die Dogmen der Amtskirche mit ihrem Unfehlbarkeitsanspruch?

Zweifellos würde Gott heute nicht mit Moralvorgaben einsteigen wie vor 2000 Jahren, denn zum einen gibt es davon genug zur Auswahl und zum anderen wirken sie nicht mehr überzeugend in der heutigen Zeit, diese Aufgabe kann er getrost der Amtskirche überlassen.  Er müsste schon etwas Unvergängliches darbieten, außerhalb von Halbwertzeiten, und das ist gar nicht so einfach in der heutigen Zeit, wo Mozart, Bach, Michael Angelo, Leonardo da Vinci usw. alle schon abgelebt sind.  Was ist in einer solchen Zeit schon noch unvergänglich?  Es gibt eigentlich nur eine Möglichkeit, nämlich dem Menschen persönlich einen Spiegel vor die Nase halten, in dem er sich untrüglich ganz individuell und intim wieder erkennt auf einer Ebene, die er normalerweise nicht so leicht nach Außen trägt.

Gott hat diesen Spiegel geschaffen, der des Menschen ungeschöntes Antlitz abbildet, außerhalb von schonender Schmeichelei und unerwartet intim, so wie der Mensch sich eigentlich nicht präsentieren würde, wenn er ein Mitspracherecht gehabt hätte.  Die Existenz eines solchen Spiegels ist eigentlich ein Wunder, weil niemand außer Gott allein jeden Menschen auf dieser intimen Ebene so genau kennt, um in der Lage zu sein, einen universalen Spiegel dieser Art herzustellen, dem kein Mensch entwischen kann, sofern man einige wenige Grundinformationen über ihn zur Verfügung hat.  Diese Grundinformationen bestehen aus einem kurzen Datensatz, der die Geburtsminute des Menschen an einem bestimmten Ort dieser Erde definiert als unabänderliche Konstante, die mathematisch errechenbar ist und eine Zeitqualität beschreibt.  Mit dieser Konstante, die jeder Mensch per Geburt mit auf den Weg bekommen hat, lässt sich seine individuelle Zeitqualität analogisieren zu einem neuartigen Deutungssystem, das sich komplett unterscheidet von den Deutungssystemen, welche die klassischen Astrologie-Schulen dieser Welt vorhalten.

Gott hat hier ein Deutungssystem geschaffen, das in kurzen, prägnanten Aphorismen psychologisch formulierte Verhaltensnormen darbietet, 360 an der Zahl, die sich sinnvoll einfügen lassen in die leeren Grade des astrologischen Tierkreises und in der Horoskop-Deutung zu verblüffenden Ergebnissen führen.  Es entstehen nämlich, ganz gleich, welchen Menschen man spiegelt, treffsichere und authentische Abbilder der seelischen Beschaffenheit und der individuellen Lernerfordernis eines jeden Datengebers, auch die von Päpsten.  Letztere sind besonders interessant, weil sich, wie könnte es anders sein, herausstellt, dass auch hier nur mit Wasser gekocht wird und diese Herren genauso viel Lernerfordernis auf dem Buckel haben wie die Mitbürger, welche es nicht zum Stellvertreter Gottes auf Erden bringen.