Blog

Seelencode zwischen psychologischer Identifikation und spiritueller Selbst-Erkenntnis

Die Individualität des Menschen möglichst exakt zu erfassen hat sich die Psychologie zur Aufgabe gemacht.  Sie stößt dabei an schier unüberwindbare Grenzen, da die Nuancierungen der Triebnatur unendlich variieren, weil jeder Mensch zusätzlich zu dieser Komponente seiner genetisch festgelegten Triebnatur einen individuellen Erfahrungshintergrund aufweist, der Prägungen verursacht, die wiederum das Verhalten beeinflussen.  Das Verhalten ist also Produkt von angeborenen und biografisch geprägten Faktoren, somit immer einer gewissen Unsicherheit unterworfen. Trotzdem hat jeder Mensch ein Spektrum von für ihn typischen Verhaltensweisen, die nur bis zu einer gewissen Weise biografisch beeinflussbar sind, im Grundimpuls aber ähneln.  Ein Mensch mit anlagebedingt hohem Harmoniebedürfnis wird auch durch missliche Außenerfahrungen immer wieder zu seinem Grundbedürfnis zurücktendieren, auch wenn verletzungsbedingt Ängstlichkeit, Neigung zu Depressivität und traumatisch verursachtes Misstrauen seine Gefühlswelt stören.  Negative Außenerfahrungen können ihn dennoch nicht umwandeln zum aggressiven Draufgänger, wenn das nicht von vorn herein bei ihm angelegt ist.  So trägt also jeder Mensch ein Grundkonzept von naturhaft veranlagten energetischen Potenzialen in sich, welche stark genug sind, sich auch bei sehr unterschiedlichen biografischen Außeneinflüssen durchzusetzen.  Ein Choleriker wird niemals zum Lämmchen, und ein milde und harmonisch gestimmter Mensch hat nicht die Fähigkeit, sich zum Choleriker zu mausern.

Zu allen Zeiten hat der Mensch versucht, die unwägbaren energetischen Beeinflussungen, unter denen er steht, in ein schematisiertes Zuordnungsgefüge zu packen, um eine Vorhersehbarkeit der menschlichen Reaktionen zu erarbeiten.  Die Entwicklung der Psychologiewissenschaft ist der anerkannteste Angang an dieses Unterfangen, dabei nur wenig älter als einhundert Jahre, die wesentlich ältere Astrologie, Kulturen überspannend, ist ein traditionell anderer Versuch, sich Einblick und Vorausblick zu verschaffen in und über das menschliche Verhalten.  Während die Psychologie versucht hat, hierfür wissenschaftliche Kriterien zu erarbeiten, hat die Astrologie ein ganz anderes Instrumentarium zu Rate gezogen, nämlich die Bestimmung der Zeitqualität, unterstellend, dass diese existent ist und obendrein noch das menschliche Verhalten zu beeinflussen vermag.  Während die Psychologie immer bemüht ist, auf einem rational nachvollziehbaren Boden zu agieren, hat die Astrologie diesen Versuch erst im Nachhinein begonnen, indem sie erstmal auf nicht nachvollziehbare Weise ihre Thesen aufstellt, um diese dann hinterher deduktiv abzugleichen mit dem menschlich sichtbaren Verhalten und Charakter.

Die Astrologie braucht also von vorn herein magische Werkzeuge, um zu ihrer Aussage zu kommen, die sie dann aber verglichen haben möchte mit psychologisch gewonnenen Aussagen, und das Verblüffende dabei ist, dass sie im Vergleich oft gar nicht so schlecht abschneidet.  So bemüht die Astrologie mathematisch zu errechnende astronomische Konstellationen, aus denen sie eine fortlaufende Zeitqualität bemisst, was bis dahin wissenschaftlich noch völlig legitim ist.  Erst die Analogisierung dieser astronomisch-mathematischen Zeitqualität mit inhaltlichen Aussagen lässt das Ganze in die Magie abdriften, weil hier der Phantasie natürlich Tür und Tore geöffnet sind.  Das aber tut die Astrologie, wobei die Analogisierungssysteme (Deutungssysteme) kulturspezifisch variieren, natürlich auch in ihren Aussagen.  Jetzt gilt es, die Aussagen der Analogisierungssysteme (chinesische, indianische, europäische Astrologiesysteme usw.) abzugleichen mit dem Realverhalten und dem Befinden einer Person.  Je treffsicherer die Aussagen sind, desto vertrauenswürdiger ist das zugrunde gelegte Analogisierungssystem.

Nun differieren die Analogisierungssysteme untereinander beträchtlich, weil sie unterschiedliche Zielsetzungen haben.  Je mehr ein System an Zukunftsschau orientiert ist, desto magischer und unseriöser ist es einzustufen, und je psychologischer es formuliert, desto eher muss man schauen, ob nicht vielleicht was dran ist an seinen Aussagen. Der beste Astrologe ist der Psychologe, der die Astrologie bemüht, um seine psychologische Beratung zu optimieren, während der magische Astrologe, der die Zukunft voraussagt, sich im Dunstkreis der Quacksalberei bewegt.

Nach diesen Ausführungen kann es eigentlich nur noch um einen Wettbewerb der Analogisierungssysteme gehen, welches nämlich die größtmögliche Treffsicherheit in der psychologischen Analyse des Klienten bietet, wobei es letztendlich immer nur um Wegbegleitung und um Selbsterkenntnis des Ratsuchenden gehen kann.  Eine Beratung seiner zukünftigen Handlungsorientierung ist ein zweischneidiges Schwert, weil letztendlich immer nur der Betroffene selbst aus der Tiefe seiner Intuition heraus spüren kann, was für ihn richtig ist.

Nun fragt sich der Anhänger der wissenschaftlichen Psychologie zu Recht, woher denn diese Analogisierungssysteme eigentlich ihren Ursprung nehmen, wobei die Astrologie leider passen muss mit der Beantwortung dieser einfachen Frage.  Die einzige, ihn vermutlich nicht befriedigende Antwort lautet, dass diese Systeme inspirativ auf die Welt gekommen sind, weshalb man ihre Qualität immer nur an ihrem Ergebnis messen kann, nicht an ihrer Herkunft.  Eine psychologisch zutreffende Analyse spricht für die Seriosität ihres inspirativen Ursprunges, wissenschaftlicher wird es hier leider nicht.

Es gibt mittlerweile ein neues, ebenso inspirativ entstandenes Analogisierungssystem, das ein paar recht interessante Abweichungen von den Altsystemen aufweist, weil es nämlich die Zeitqualität nicht nur über den Planetenstand in Häusern und Sternzeichen definiert, sondern eine Feineinstellung anbietet über die Thematik des jeweiligen Tierkreisgrades, der von Minute zu Minute neu angeschnitten wird und der in den Altsystemen bislang ohne thematische Beschreibung leer gewesen war.  Der Tierkreis ist damit erstmalig mit einer in sich logischen Chronologie fortlaufend etikettiert worden, wobei der Kreis von 360 Grad unterteilt wird in zwölf Kreisabschnitte von je dreißig Grad, was den zwölf Tierkreiszeichen von je dreißig Graden entspricht.  Jeder Grad bietet eine in sich schlüssige Aussage an, die logisch auf die vorhergehende aufbaut und ebenso die nachfolgende einleitet, so dass in diesen zwölf Feldern zwölf Menschheitsthemen psychologisch und philosophisch dargestellt werden, eine archaische Philosophie des Menschseins auf Erden entfaltend.  Die darin enthaltenden  Einzelaussagen werten als neuartiges Analogisierungssystem die den Altsystemen ähnelnden Basisaussagen über die Planetenstände in Zeichen und Häusern gründlich auf und entfalten eine verblüffende Treffsicherheit in der Charakterisierung einer Person, wie sie so in den Altsystemen ungewohnt ist. Sie ist recht gut abgleichbar mit dem biografischen Hintergrund eines Menschen, stellt sich damit einer Qualitätskontrolle, wie man sie in modernen Funktionszusammenhängen heute gerne bemüht.   Die Voraussetzung für das Gelingen eines solchen Abgleichs ist die absolute Ehrlichkeit und Offenheit des Datengebers, der sich auch weniger schmeichelhaften Etikettierungen stellen muss, wenn sein auf diesem Wege gewonnenes Psychogramm es verlangt.

Zur Erstellung eines solchen „Tierkreispsychogramms“ wird der einfache Datensatz benötigt, wie man ihn auch zur Horoskoperstellung benutzt, also Name, Geburtstag, – zeit, möglichst auf die Minute genau und Geburtsort, bei kleinen, unbekannten Orten möglichst den nächst größeren Ort im näheren Umfeld mit nennen.  Das hierbei zugrunde gelegte Analogisierungssystem ist ebenfalls inspirativ empfangen und an vielen hunderten von Psychogrammen getestet worden.  Die Quote der Treffsicherheit ist ungewöhnlich hoch und verursacht dadurch Neugierde über ihren Ursprung, dem es möglich ist, mit einem so knappen Datensatz jeden Menschen auf so einer intimen Ebene so authentisch zu spiegeln.  Hier lohnt es sich nachzudenken, wie „Zeitqualität“ über die naturgesetzliche Definition hinaus eine inhaltliche Bedeutung aufweisen kann, die dann auch noch mit individuellem menschlichen Verhalten und Erleben korrespondiert:  nur ein alles durchdringender Weltgeist kann diese Parameter kongruent machen, also die Geburt eines Kindes mit einem bestimmten Charakterverhalten zeitlich so platzieren, dass die für das Kind typischen Thematiken sich  mit der Zeitqualität seiner Geburtsminute möglichst im Einklang befinden.  Je authentischer ein Psychogramm mit dem Bild eines Menschen übereinstimmt, desto klarer leuchtet eine übergeordnete geistige Instanz hinter dem System auf, welches dasselbe erst mit Leben zu füllen vermag.  Oder mit traditionellen Worten, hier kann der Mensch nicht an der Erkenntnis vorbei, dass wir alle sicher in Gottes Hand ruhen, denn wer sonst weiß schon bei der Geburt – Horoskopdatensatz! – ,wie die typischen Lebensthematiken und charakteristischen Verhaltensweisen des späteren Erwachsenen aussehen werden?