Blog

Psychogramm zwischen Determination und Lebenshilfe

Es gibt ein sehr schwieriges Thema in der Psychologie, über das sich viele Fachkundige schon den Kopf zerbrochen haben, ohne zu einem schlüssigen Ergebnis zu kommen.  Es geht um die Determination, oder auch Unfreiheit des menschlichen Willen, was immer wieder unfruchtbare weltbildliche Debatten in Gang setzt, ohne dass man zu einem schlüssigen Konsens zu kommen in der Lage ist. Das neu geschaffene und hier erstmalig vorgestellte Tierkreispsychogramm bietet eine fruchtbare Grundlage für eine ernstgemeinte Diskussion zum Thema. 

Die Veranlagung eines Menschen, und damit auch seine Fähigkeit zum Gebrauch seines freien Willens, hängt von verschiedenen inneren und äußeren Faktoren ab.  Ganz leicht wird es dem Menschen gemacht, wenn er eine willkommene Begabung sein eigen nennt, die ihm Anerkennung verschafft und seine gesellschaftliche Einordnung auf der Stufenleiter der sozialen Hierarchie nach oben verschiebt.  Hier folgt er gerne einem inneren Verdikt und stellt sein Leben ein auf die Vorgaben und Verhaltensnotwendigkeiten, welche die Ausübung seiner positiven Begabung erfordern.  Viel schwieriger ist der Umgang mit Begabungsdefiziten, insbesondere da, wo das Defizit den Erwerb der gängigen Kulturtechniken behindert.  Hier wird dem Menschen die Ausübung des freien Willens unendlich schwer gemacht.  Womit ein Defizit dieser Art einer negativen Determination entspricht.  Wehren kann man sich gegen diese naturhaften Zuordnungen nicht, man kann beim Defizitkonzept nur möglichst viel persönlichen Fleiß einbringen, um zu kompensieren, wo es in der Ausstattung fehlt.  Da es sich bei diesen Gegebenheiten um eine naturhafte Veranlagung handelt, muss der Mensch sein Geschick schultern, um nach seinen Kräften das Beste daraus zu machen.

Viel schwieriger als mit dem positiven oder negativen Determinierungsprogramm hinsichtlich der genetischen Veranlagungen und Begabungen wird der Umgang mit einem moralischen Etikettierungssystem wie dem Tierkreispsychogramm, das einerseits durch eine hohe Trefferquote in der Abbildungsqualität besticht, was ihm den Bonus der Seriosität verleiht, andererseits aber nicht nur positive Etikettierungen verteilt, sondern auch kritische bereithält, die nicht unbedingt immer erfreulich sind, wenn man sie auf sich selbst beziehen soll.  Zwar weiß der Mensch rein theoretisch, dass niemand perfekt ist, also er auch nicht, aber zwischen dieser Erkenntnis und der unverblümten Zuordnung einer kritischen Aussage,  die man irgendwie runterwürgen muss, ist doch ein himmelweiter Unterschied.  Besonders schwierig wird es, wenn der Mensch sich eigentlich auf einem guten Weg glaubt und guten Willens ist, und sich trotzdem eine oder gar mehrere kritische Anmerkungen anziehen muss, was naturgemäß nicht schmeckt.  Obwohl er eigentlich wissen sollte, dass bei 28 Statements nicht alles nur schmeicheln kann.

Ganz schnell stellt ein so Betroffener die besorgte Frage, wie er denn trotz redlichen Bemühens von dieser negativen Festlegung wieder runter kommen könnte.  Die Antwort lautet ganz einfach, „Alles ist im Fluss“, niemand fehlt dauernd, jeder hat die volle Chance zur Weiterentwicklung, muss nicht verharren bei dem, was er als Überwindungsbedürftig erkannt hat, genau dazu ist der Mensch angetreten.  Er soll seine charakterlichen und Verhaltensdefizite erst erkennen und dann loslassen.  Ernsthafte Bemühung bei diesem Unterfangen bleibt nie ohne spirituelle Resonanz im Sinne von energetischer Verstärkung, was den Menschen schließlich dahin katapultiert, wohin er seiner Bestimmung gemäß sollte, auf eine Ebene des positiv absolvierten Lernens.  Es erübrigt sich zu sagen, dass auf dieser Ebene manche der kritischen Etikettierungen aus dem jugendlichen Bewusstsein des Menschen nicht mehr stimmig sind, weil überwunden.  Dann hat der Mensch genau das vollbracht, wozu er angetreten ist.  Aber, Prozesse dieser Art sind nie statisch, immer im Fluss, und Irrtümer sind immer wieder dazu da, überwunden zu werden.  Die Astrologie darf nie statisch verstanden werden, sondern immer als Bewegungsimpuls, ausgehend vom statischen Zustand des Geburts-Horoskops,  das am Ende des Lebens Fortschritt in Richtung Erkenntnis, Inspiration und bei intensiver Sehnsucht auch Spiritualität vermittelt.