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Ich träumte vom Tierkreis

Meine Sinnsuche begann, als ich mich äußerlich völlig etabliert hatte als niedergelassene Hausärztin in Gemeinschaftspraxis mit einem anderen Allgemeinmediziner, als Ehefrau eines Medizinerkollegen und als Mutter eines Vierjährigen, der während meiner Halbtagstätigkeit in den Kindergarten ging und nachmittags weitgehend von mir betreut wurde.  Ich war zu der Zeit hin und her gerissen zwischen wissenschaftlich begründetem Atheismus und einer heimlichen Sehnsucht nach Transzendenz, wie immer auch diese aussehen mochte.  Mein Kirchenaustritt war sachlich motiviert gewesen und hatte nichts mit meiner inneren Zerrissenheit zu tun.

In den siebziger Jahren waren Selbstfindung und Sinnsuche in Mode gekommen und hatten auch mich ergriffen, so dass ich hier und da Seminare mit der Zielsetzung „Selbsterfahrung“  besuchte und bei Gruppen dieser Art Anschluss fand.  Katathymes Bilderleben, auch Rebirthing waren damals u. a. die Renner.  Ich erlebte mich mitnichten als „Wiedergeborene“, hatte dennoch einige sehr intensive innere Bildreisen machen dürfen, wovon mir eine tief einprägsam gewesen ist:

Ich stehe in der Mitte eines Menschenkreises von zwölf mir unbekannten Personen, die auf ihrem  Körper alle Tierköpfe hatten, keine menschlichen.  Sie nickten mir zu, nahmen irgendwie Kontakt mit mir auf und animierten mich, meinerseits Kontakt aufzunehmen, so dass ich einmal die Runde bei allen Zwölfen machte.  Ich stellte mich vor jeden einzelnen hin und machte artig eine Art Begrüßungsritus, der jeweils in ähnlicher Form beantwortet wurde, wir nickten uns zu mit kleiner Verbeugung, nahmen uns wahr und nickten wiederum zum Abschied.  Ich spürte, dass ich jetzt mit jedem einzelnen irgendwie in Kontakt stand, woraufhin sie verblassten und schließlich ganz verschwanden.  Ich verstand damals – genau 1982 – die Symbolik des Menschenkreises mit Tierköpfen nicht, weil ich noch nichts mit dem Tierkreis zu tun gehabt hatte.  Später fiel es mir wie Schuppen von den Augen, als ich nämlich 1991 den Tierkreis als philosophischen Menschheitsweg inspiriert  zu Papier brachte und damit den Grundstein legte für die archaische Tierkreisphilosophie und den darin verborgenen spirituellen Seelenspiegel jedes individuellen Menschen.  Erst nach und nach verstand ich die Gewichtigkeit meiner „Entdeckung“, als ich nämlich anfing, Horoskopdatensätze nach dem neuen Tierkreispsychogramm umzudeuten und völlig verblüfft feststellte, dass ich ein erstaunlich treffsicheres Spiegelinstrument für die individuelle menschliche Seele gefunden hatte.  Da erst verstand ich die Bedeutung meiner Vision  mit dem Tierkreis, die mir neun Jahre vor der realen Entdeckung geschenkt worden war.