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Horoskoparbeit zwischen unseriöser Zukunftsschau und verblüffender Charakteranalyse

Die meisten Menschen zucken zurück bei der Erwähnung des Wortes „Horoskop“, werden sie doch dadurch an unseriöse Handhabung dieses Begriffs erinnert, wie er in drittklassiger Verpackung auf der vorletzten Seite in erstaunlich vielen Zeitungen angeboten wird.

Horoskop bedeutet in der Übersetzung „Blick auf die Stunde“.  Das Horoskop versucht nämlich,  die Qualität der Stunde zu definieren, was impliziert, dass Zeit, also die Stunde, qualitativ erfassbar sein muss. Es ist also vorstellbar, die Zeit zu unterteilen nach bestimmten Qualitäten, auf die man sich irgendwann einmal einvernehmlich geeinigt hatte.  Solche Zeitqualitätssysteme gibt es diverse auf der Welt, jede Kultur hat ihre spezifischen Systeme geschaffen.  Diese Systeme haben immer besonders bei den Herrschenden ein großes Interesse hervorgerufen, weil sie sich davon Zukunftsprognosen erhoffte für ihr Handeln, sich zu einem qualitativ definierbarem Zeitpunkt so oder so zu entscheiden.

Um es vorweg zu nehmen, auf diese Weise wurden komplizierte Zeitbestimmungssysteme geschaffen mit einem breit gefächerten Aussagespektrum, und zwar unter Zuhilfenahme der fixen Gestirnkonstellationen und der wanderungsaktiven Planeten.  Diese beiden Konstanten sorgen in ihren wechselnden Positionen zueinander für eine ständig wechselnde Zeitqualität.  Dieser Teil des Horoskops untersteht der Mathematik, die mit astronomischen Gegebenheiten umgeht.  Die dabei zu gewinnende Aussage beschränkt sich darauf, die Minute X zu definieren durch den augenblicklichen Stand der Planeten innerhalb der Gestirne.  Eine inhaltliche Aussage ergibt sich dadurch noch nicht.  Erst die Analogisierung der so ermittelten mathematisch-astronomischen Zeitqualität mit unterschiedlichen philosophischen Deutungssystemen liefert die begehrte inhaltliche Qualitätsaussage, die natürlich ganz abhängig ist von der Qualität des zugrunde gelegten Deutungssystems, das kulturspezifisch verwendet wurde.

Hier genau ist die Schnittstelle, an der sich die Spreu vom Weizen trennt bezüglich der Aussagekraft einer Horoskopdeutung.  Ganz allgemein kann man sagen, dass die Authentizität einer Horoskopdeutung zunimmt, wenn die inhaltliche Aussage primär an einer Charakterisierung des zu begutachtenden Menschen orientiert ist und nicht versucht, eine Zukunftsprognose darzubieten, als wäre das System hellsichtig für zukünftiges Geschehen..  Dieser Versuchung allerdings konnte in der Antike niemand widerstehen, da war es selbstverständlich, Zukunftsaussagen vom System einzufordern, mit entsprechend wechselhaftem Erfolg.  Die Befragung der Orakel hatte zu der Zeit große Bedeutung.

Heute gibt es schon sehr vertrauenswürdige Deutungssysteme, die ausschließlich an der Charakterologie der Horoskop-Datengeber orientiert sind, ganz ohne deren Zukunft vorhersagen zu wollen.  Ein besonders beeindruckendes System dieser Art ist das hier vorgestellte Tierkreispsychogramm, entstanden im Jahr 1991, aufgeschrieben und bearbeitet von einer inspiriert schreibenden Ärztin, Katharina Lyncker, die dank ihrer langjährigen Hausarztpraxis die Möglichkeit hatte, eine reichhaltige Patientenschar psychologisch zu erfassen und ihre so erworbenen Kenntnisse in die Verarbeitung ihres inspiriert empfangenen Deutungssystems einfließen zu lassen.

Das Neuartige dieses ungewöhnlichen Deutungssystems besteht gleich in mehreren Aspekten.  Zum einen arbeitet es mit den traditionellen Struktureinheiten der klassischen Astrologie, nämlich mit den Planeten, den Tierkreiszeichen und dem Häusersystem, deren diffuse und völlig überdehnte Deutung im klassischen System es präzisiert, strafft und auf den Punkt bringt, eine Labsal für den an weitschweifige Auswalzung gewohnten Astrologie- Ratsuchenden.

Noch spannender allerdings ist die Einbeziehung einer qualitativen Beschreibung jedes einzelnen Tierkreisgrades, der in der klassischen Astrologie leer bleibt.  Hier ist jeder einzelne Tierkreisgrad etikettiert mit einem kurzen, psychologischen Statement, das in der Horoskopdeutung verblüffend treffsichere Aussagen über jeden Datengeber zu tätigen vermag.  Betrachtet man den so etikettierten Tierkreis außerhalb von Horoskop-Deutung, so ergibt sich ein Kreis mit 360 Graden, die alle in fortlaufender Bedeutung qualitativ beschrieben werden und in der so entstandenen Chronologie eine sehr poetisch formulierte, archaische Philosophie des Menschseins auf Erden offenbaren.  Diese Philosophie ist schon ein kleines Meisterwerk in sich, und dass die Verwendung dieses Systems in der Horoskopdeutung dann noch so viel verblüffende Treffsicherheit in der Charakterologie eines jeden Datengebers liefert, grenzt an Wunder.

Hier wird jeder Mensch auf einer ganz intimen Ebene ausgeleuchtet auf seine für ihn typischen Verhaltensweisen und sich immer wiederholenden Lebensthematiken, so dass man getrost sagen kann, dass hier ein sehr sensibler, feinnerviger Seelenspiegel eines jeden so betrachteten Menschen offenbar wird.

Wer also primär an der Thematik „Erkenne dich selbst“ interessiert ist, dem sei ein Versuch empfohlen, sich ein Tierkreispsychogramm erstellen zu lassen und die Probe aufs Exempel zu machen.  Wenn der Selbsterkennungswert dann hoch ist, so muss sich der so Gespiegelte überlegen, was das weltbildlich für ihn bedeutet, wenn er, von wem auch immer, mit so einem treffsicheren Psychogramm bereits mit seiner Geburtsminute auf die Welt geschickt wird.  Es bedeutet auf jeden Fall, dass der Mensch kein unbeschriebenes Blatt ist bei der Geburt, und es bedeutet, dass ein alles durchdringender Weltgeist – also Gott – die richtige Geburt zur richtigen Zeit platziert, was dann allerdings zwingend zum nächsten philosophischen Thema überleitet, nämlich zur Diskussion über die Determination des Menschen;  über dieses Thema wurde in einem vorangegangenen Kapitel schon gesprochen.