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Ein zwiespältiger Traum vor der Tierkreisinspiration

Meine neue Praxisrealität war eine andere, als die gewohnte im Kreise meiner mich schützenden Facharztkollegen.  Ich war jetzt allein auf mich gestellt, eine Einzelkämpferin.  Ich erlebte meinen inneren Begleiter als Unterstützer meiner Fortbildungsbemühungen,  wobei ich angehalten wurde, neben der obligaten wissenschaftlichen Medizin mich auch um Randgebiete wie Naturheilkunde, Homöopathie und Bachblüten zu kümmern.  Dabei war mir immer bewusst gewesen, dass alternative Methoden nur randständig einzusetzen waren, während die Basisversorgung der Patienten nur im Rahmen der wissenschaftlichen Medizin möglich ist, alles andere war naiv.  Mit diesem Ansatz bin ich  immer gut gefahren.  Meine spirituelle Partnerschaft versuchte ich möglichst verdeckt zu handhaben, nur ein paar vertrauenswürdige Freundinnen wussten hiervon.  Ich hatte früh die Erkenntnis, wie eng die Toleranzgrenzen vieler Menschen sind, insbesondere die von Medizinerkollegen,  gegenüber spirituellen Ansätzen.

Neben meiner medizinischen Tätigkeit machte ich bald die Erfahrung, dass sich in mir selbst eine sprudelnde Quelle der Inspiration  auftat, aus der heraus ich schreiben konnte.  Eigentlich ging es dabei immer um psychologisierende, philosophierende Texte, in denen ich mich auseinander setzte mit moralischen Fragen des Menschseins.  In der Rückschau mit heutigem Blickwinkel würde ich sage, dass alles eine Vorbereitung war für die Niederschrift der Tierkreisphilosophie, die alsbald folgen sollte.

Vorher allerdings hatte ich einen intensiven Traum, der so einprägsam war wie eine Zäsur und der eine neue Phase des Schreibens einläutete.  Ich träumte, dass ich von einem unglaublich intensiven, gleißend hellen  Energiestrahl getroffen wurde, der mich hochhob in einen sphärischen, blau leuchtenden Raum weit oberhalb der Erde.  Ich wurde gehalten von dieser Energie, als säße ich auf dem Gipfel eines hell strahlenden Geysirs und konnte hinunter schauen auf die Erde, ganz weit unter mir.  Ich war ganz weit oben und dennoch verbunden mit der Erde durch diesen unglaublich hellen Energiestrahl, der mich schweben ließ.  Ich genoss die Aussicht und war erfüllt von einem unsagbaren Gefühl des Herausgehobenseins bei gleichzeitiger Verbundenheit mit der Erde.  Erst ganz allmählich ließ die Energie nach und ich sank zurück auf die Erde, bis ich schließlich landete in Laub und Staub, ganz unspektakulär.  Nichts war mehr übrig geblieben von meinem Hochgefühl und meiner erhabenen Weitsicht, ich war wieder Mensch auf der Erde, dazu noch in erniedrigter Position, im Staube liegend.  Niemand nahm im Entferntesten Notiz von mir und ich fühlte mich plötzlich ganz einsam und verlassen, womit ich gar nicht gerechnet hatte nach diesem euphorisierenden Erlebnis.  Bescheidenheit und Unterordnung unter die Notwendigkeiten meiner Situation waren die einzig sinnvolle Reaktion auf meinen unerwarteten Absturz.  Meine mich sonst so verwöhnende Spiritualität war nicht ansprechbar.