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Ich schreibe inspiriert und ein philosophisches System manifestiert sich

Ich bin eine inspirierte Schreiberin, die in unregelmäßigen Abständen einen kreativen Druck in sich verspürt, der erst nachlässt, wenn ich dem, was aufs Papier will, Raum gebe, sich zu manifestieren.  Alle meine Schriften sind so entstanden, so dass ich tatsächlich keine Autorin bin mit Plan, sondern eine, die immer für Überraschungen gut ist, obwohl die Inhalte meines Schreibens grundsätzlich mit meinen Interessengebieten im direkten Zusammenhang stehen.

So war es auch mit der Astrologie.  Ich schwankte zwischen angezogen und abgestoßen werden, und konnte eigentlich nicht so recht einen definitiven Standpunkt für mich gewinnen.  Angezogen hat mich erstmal die reine Neugierde, was das wohl für ein System sein könnte, das sich über die Jahrtausende in allen Kulturen hat halten können und die Menschheit immer wieder in seinen Bann geschlagen hat.  Abgestoßen hat mich dann die inhaltliche Schwammigkeit, die Unschärfe der Aussagen, die Uferlosigkeit und last not least, der kindliche Aberglauben, aus dem heraus magische Aussagen und Vorhersagen getätigt werden.  Die üblichen Horoskopanalysen zeichneten sich aus durch eben diese Schwächen, im Computerzeitalter beansprucht eine einzige Horoskop-Deutung sind es nicht selten an die einhundert Seiten, die einem Klienten dann ausgedruckt und zugedacht werden.  Es liegt auf der Hand, dass hier Masse statt Klasse das Motto ist, man findet in dieser Fülle immer ein paar passende Aussagen, mit denen man sich identifizieren kann, und den Rest lässt man weg.  Das hat mich nicht überzeugen können.

In dieser Phase der Unentschlossenheit und Ratlosigkeit übermannte er mich wieder, der kreative Druck.  Ich wusste zunächst überhaupt nicht, worauf das hinauswollte, was ich da in schnellen Sätzen zu Papier brachte.  Es waren bei näherem Hinschauen lauter eher kurz gefasste, psychologisierende Aussagen, die menschliches Verhalten charakterisierten oder einfach benannten ohne Wertung.  Plötzlich wusste ich, worauf das hinauslief, ich war dabei, den Tierkreis inhaltlich zu beleben mit seinen thematisch definierten Sternzeichen.  Jedem Sternzeichen wurde ein Oberthema zugeordnet, das ich dann in jeweils dreißig Schritten inhaltlich entwickelte.  Die mir bislang bekannten traditionellen  Zuordnungen wurden quasi revidiert und neu definiert, wobei die ehemals reine Charakterologie verwandelt wurde in eine Aufzählung archaischer Aufgabenstellungen des Menschseins auf Erden.

Also wurde der Widder erweitert auf das menschliche Aufgabenfeld der persönlichen Identifikation auf Erden, im Stier muss der Mensch sich mit dem Thema „Familie“ auf allen Ebenen auseinandersetzen, im Zwilling wird der junge Mensch an seine Ausbildungs- und Lernverpflichtung herangeführt, im Krebs werden ihm die hilflosen Schutzbefohlenen in die Verantwortung gelegt, was sich zwischen eigenen Kindern und beruflich anvertrauten Hilfsbedürftigen erstreckt, im Löwen wird der Mensch an seine Unterhaltsverpflichtung herangeführt, der er nur durch Arbeit für Lohn gerecht werden kann, und in der Jungfrau wird erstmals eine philosophische Dimension ins Spiel gebracht:  die bisherigen Aufgabenstellungen sind nur erfolgreich zu lösen, wenn sie in den Rahmen der Pflichterfüllung gebettet werden.  Noch besser allerdings sind die Lebensaufgaben zu bewältigen, wenn man sie darüber hinaus noch in Freundlichkeit vollzieht, das zentrale Thema der Waagebeauftragung.  Ist der Mensch bis hier hin vorgedrungen, so hat er notwendigerweise schon viele Fehler begangen in seinem Bemühen, denn erst aus Fehlern kann man lernen.  Umkehr, Korrektur bisherigen Verhaltens und grundsätzliches Umdenken ist im Skorpion angesagt, dem Ort der Irrtumsüberwindung.  Erkenntnisse dieser Art sind anstrengend und oft auch bedrohlich, der Mensch braucht seelische Unterstützung gegen seine Angst.  Was läge näher, als sich auf die Suche nach Gott zu begeben?  Im Schützen gibt der Mensch diesem Begehren Raum, er versucht sich abzusichern gegen die Unbill des Lebens durch Verwurzelung in der Spiritualität, er sucht die  Begegnung mit Gott.  Das allein aber kann den Verstandesmenschen nicht ausschließlich befriedigen, er fragt trotz Gottesbegegnung nach dem Warum.  Die Suche nach dem Sinn wird im Steinbock thematisiert.  Parallel zur individuellen Reifung aber muss der Mensch für ein gesundes, gefahrloses und dem Gemeinwohl zuträgliches soziales Miteinander sorgen, die familiäre Grenzen überschreitenden Zusammenschlüsse müssen errungen, bearbeitet und gepflegt werden, die Arbeit mit Menschen im politischen und sozialen Verständnis ist die Aufgabe im Wassermann.  Und weil der Mensch zu Recht ehrgeizig ist, verpflichtet er sich zur Weiterqualifikation, zum Erwerb neuer Fähigkeiten, die zentrale Beauftragung in den Fischen.

Damit waren die zwölf archaischen Aufgabenstellungen des Menschen auf Erden komplett umschrieben und untergebracht im zwölf-feldrigen Tierkreis, wobei jedes der zwölf Felder noch einmal unterteilt ist in jeweils dreißig Einzelschritte, gemäß den 360 Gradständen eines Kreises.

Das Erkennen des Tierkreises als einen lebendigen Raum menschlichen Handelns wurde jedoch erst möglich durch die thematische Benennung eines jeden einzelnen der 360 Grade, wobei thematisch zwölf Oberthemen in jeweils dreißig Schritten entwickelt wurden, und zwar vom ganz kindlich-jugendlichen Einverständnis, hin zum jungen Erwachsenwerden mit all seiner Revolte und Ablehnung des Bewährten und Traditionellen, bis hin zur Läuterung und Reifung, ausgelöst durch schicksalhaftes Scheitern, das schließlich in der Altersweisheit und in der Annäherung an Gott seine Erfüllung findet.

Das ist der Weg des Menschen, den er im optimalen Falle in einer einzigen Inkarnation durchlebt.  Mir als inspirierter Schreiberin wurde er als perfektes, in sich schlüssiges philosophisches System anvertraut innerhalb von nur zwei Nachmittagen, wo ich jeweils fast atemlos niederschrieb, was mir in den Sinn flog, oft konnte ich kaum nachkommen, so fließend und zügig kamen die Ideen. Das Resultat war ein ergreifendes Spiegelbild des Menschseins auf Erden, so wie es sich immer wieder neu abspielt zu allen Zeiten menschlicher Existenz.  Erst als ich es schwarz auf weiß auf Papier gebracht hatte, konnte ich seine Dimension erkennen.  Ich erahnte den Dimensionensprung zwischen klassischer Astrologie und dem mir geschenkten System,  wobei die eigentliche Erkenntnis zu dem Zeitpunkt noch gar nicht sichtbar war.