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Die Begegnung mit Gott oder das Geschenk der Erleuchtung

Meine Beziehung zu Gott war eher uneinheitlich und holperig gewesen,, als ich mich entschloss,  Sinn zu suchen, möglicherweise auch ohne Gott, ich war da ganz offen.  Bevor ich Gott in mein Denken integriert hatte als unumstößliche Instanz, fühlte ich mich eher angezogen von den Phantasieangeboten der siebziger Jahre.  Castaneda – der magische Autor aus Kalifornien – war in jedermanns Munde, also las auch ich mit Hochspannung die diversen Bände, die als Erfolgsserie nacheinander auf dem Markt erschienen. Die naturnahe Magie des weisen Indianers Don Juan zog mich in ihren Bann und vertiefte mein Bedürfnis nach einsamen Jogging-Routen  durch die Rheinauen.  Sehr empfänglich war ich auch für die indische Mythologie, die von Vivekananda und Yogananda in den Westen vermittelt wurde und sich als vermeintlich uralte Lehre im Sturm ihren Platz eroberte.

Zu der Zeit glaubte ich eher an Naturgeister als an Gott, die schienen mir leichter integrierbar in meine von meinem naturwissenschaftlichen Medizinerberuf geprägten Wahrnehmungen der Natur, weil sie nicht darauf beharrten, existent zu sein.  Ich konnte sie jederzeit wegschieben, wenn sie gerade nicht in mein Denken passten. Gott aber war mir eher fremd in diesem Stadium.  Meine Inspirationen kamen erst später, so dass ich meine Erkenntnisse aus der Literatur gewinnen musste und Spiritualität war auch noch eher Fremdwort.

Wie schon erwähnt, intensivierte ich meine Suche durch Teilnahme an psychologischen Gruppen, die alle irgendwie auf der Suche nach dem Sinn waren, und durch Einzelsitzungen, wo mit Techniken des „Rebirthing“ Tranceartige Zustände im Gehirn erzeugt werden, die man nutzt, um den Klienten auf Phantasiereisen zu schicken. Die erste Phantasiereise endete im Tierkreis, wie oben beschrieben.  Eine weitere wurde zum zentralen Erlebnis aller meiner diesbezüglichen Bemühungen.

Ich lag im klassischen Setting auf der Analysecouch, mit dem Therapeuten daneben, der sich bemühte, meine Atemfrequenz zu beschleunigen, um mich hinaus zu heben in die erwünschten Trancezustände.  Normalerweise blieb er dabei immer ziemlich dicht bei mir durch seine Stimme, die mich geleitete durch die inneren Räume, in denen ich Bilder zu sehen hoffte, die mir irgendwie weiter helfen sollten.  Diesmal aber verlieft die Sitzung ganz anders.  Der Kontakt zu ihm riss gleich zu Anfang ab, weil ich weggetragen wurde von einem unglaublichen Erlebnis.  Ich spürte ein warmes, intensives Licht, das von meinen Scheitel auszugehen schien und sich in meinem ganzen Körper ausbreitete, gleißend hell, warm und unendlich wohl tuend.  Ich fühlte, wie ich leuchtete aus jeder einzelnen Körperzelle heraus, ein strahlendes Licht umfing mich und erhellt alles in mir und um mich herum.  Die Hauptempfindung was Glückseligkeit, Nähe zu irgendetwas unsagbar Großem, Einssein mit einer transzendenten und dennoch zugleich menschlichen Dimension, die mich gütig umfing und leise schwingen ließ in mir selbst.  Mein Therapeut schien mein Erleben zu spüren und schwieg die ganze Zeit, was er sonst nie tat, anscheinend wusste er auf einer tiefen Ebene, was gerade mit mir geschah.  Ganz allmählich ebbte das mich einhüllende Energiefeld ab, die Wärmestrahlung an meinem Scheitel ließ nach, ich öffnete die Augen und schaute als erstes nach der Lichtquelle über meinem Kopf, die ich so deutlich wahrgenommen hatte.  Sie war gar nicht vorhanden.

Als ich nachdenklich nach Haus ging, wusste ich plötzlich, dass Gott existent ist.  Auf einmal war er außerhalb von jedem Zweifel.