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Der Weg durch die Jungfrau oder das Bekenntnis zur moralischen Verpflichtung

Der Mensch möchte selbst bestimmen, was er tut und was nicht.  Nichts ist ihm lästiger, als gegängelt zu werden von einer ihm vorgesetzten Instanz, ganz gleich, wer das auch ist.  Selbstbestimmung ist jedoch nur möglich, wenn die Fähigkeit zur zielgerechten Selbstverwaltung vorhanden ist mit einer sinnvollen Verwirklichung eigenen Tuns.  Der Trieb zur Selbstbehauptung ist in der Pubertät am größten, wenn gleichzeitig die Einsichtsfähigkeit in die Notwendigkeit noch unterentwickelt ist, was naturgemäß zu Spannungen innerhalb der Familie oder der Generationenkonfrontation auf allen Ebenen führt.  Erst eigenes Scheitern lässt die Einsichtsfähigkeit in die Notwendigkeit wachsen und die Bereitschaft zur Egoismusüberwindung entstehen.

Der Zähne Knirschende, weil zur Arbeit verpflichtet Jungmensch sinnt auf Flucht vor den Lust tötenden Arbeitspflichten.  Er hatte sich sein Leben anders vorgestellt, voller Lust und Freude, und Arbeit nur, wenn ihm danach zumute ist.  Die Realität aber holt ihn ein und verpflichtet ihn zu dem, was er gar nicht möchte, nämlich zum regelmäßigen Arbeitseinsatz. Jugendliche Unreife aber verführt den Menschen zum Ausbruch aus seinem Gefängnis, wie ihn die aufgezwungene Pflichterfüllung ankommt.  Pflichtverweigerung aber führt ins Chaos, was der Jungmensch aber erstmal am eigenen Leib erfahren muss.  Schmerzhafte Verluste sind die unausweichliche Folge hiervon.  Schmerz aber läutert und macht klüger.  Der Jungmensch wird endlich erwachsen und übernimmt seine Pflichten.  Das Chaos verwandelt sich allmählich und führt zum ersehnten Erfolg.

Überwindet der heranreifende Mensch seine egoistischen Bestrebungen zugunsten des Gemeinsinns, so hat er seine erste Reifeprüfung erfolgreich geschafft.

Jungfrau 30 Grade

  1. Der Mensch begegnet der Pflicht
  2. Die Pflicht formt den Menschen
  3. Der Mensch gehorcht der Pflicht
  4. Das Leben wird bestimmt durch die Pflicht
  5. Der Mensch gibt der Pflicht Raum in seinem Leben
  6. Der Mensch anerkennt die Pflicht als höhere Bestimmung
  7. Der Mensch erkennt sich selbst in der Pflicht
  8. Der Mensch verinnerlicht die Pflicht als Teil seines Lebens
  9. Die Pflicht strukturiert das Leben
  10. Das Leben erfährt Sinn durch die Pflicht
  11. Der Mensch erkennt die Begrenzung durch die Pflicht
  12. Der Mensch wehrt sich gegen Begrenzung
  13. Der Mensch stellt Selbstbestimmung über Pflicht
  14. Der Mensch verlässt den Rahmen der Pflicht
  15. Der Mensch sonnt sich in der Freiheit
  16. Der Mensch sucht Sinn ohne Pflicht
  17. Der Mensch findet Lust ohne Liebe
  18. Der Mensch findet Reichtum ohne Befriedigung
  19. Der Mensch übt Macht aus ohne Verantwortung
  20. Der Mensch hat sich selbst verwirklicht in der Einsamkeit
  21. Der Mensch möchte Trauer gegen Freude vertauschen
  22. Der Mensch begegnet dem Menschen
  23. Der Mensch übernimmt Verantwortung
  24. Der Mensch erfährt dafür Liebe
  25. Der Mensch empfindet Segnung
  26. Der Mensch kehrt zurück zur Pflicht
  27. Der Mensch findet Sinn in der Pflicht
  28. Der Mensch bindet sich an die Pflicht
  29. Der Mensch erfährt Glück in der Pflicht
  30. Der Mensch begegnet Gott in der Pflicht

Dieser Beschulungsweg führt den Menschen durch das Gefängnis der Pflichterfüllung, womit er überhaupt nicht gerechnet hatte.  Alle Jungmenschen möchten sich zu Anfang erstmal befreien von den familiären Fesseln, am liebsten auch von  der lästigen Verpflichtung, für sich  selbst zu sorgen.  Die Erkenntnis, dass damit kein Glück zu machen ist auf der Erde, holt jeden Ausbrecher früher oder später zurück in die Pflicht.  Folgt er jetzt seinen gereifteren Inspirationen, so versteht er den Zusammenhang zwischen Verantwortungsübernahme und Spiritualität, die ihn in diesem Stadium einholt.