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Der Weg durch den Zwilling oder die Entwicklung des Verstandes


Der Mensch unterscheidet sich von der übrigen Kreatur durch seinen ungewöhnlich hoch entwickelten Verstand.  Dieser ist so beschaffen, dass er die gesamte tierische Kreatur überragt.  Begabung verpflichtet, weshalb der Mensch jede Anstrengung unternehmen muss, seine Geistesgaben zu trainieren, damit der unausgereifte Verstand des Kindes zu einem geschliffenen Diamanten wird, das menschliche Merkmal gegenüber der Tierwelt.

Nun ist der ausgebildete Verstand nicht nur Gabe, sondern auch Verpflichtung, diese Gabe moralisch sauber zu handhaben.  Das erbärmliche Zustandsbild der Tierwelt zeigt, wie sehr der Mensch in dieser Beauftragung versagt, die ihm anvertraute und ihm unterlegene Kreatur verantwortungsvoll zu beschützen.

Eine hoch entwickelte Verstandeskraft ist nur sicher zu handhaben, wenn sie eingebettet ist in eine saubere Moral, ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zwischen Mensch und Tier.  Tiere kennen keine Moral, weil ihre Intelligenz nicht über den gesunden Selbsterhaltungstrieb hinaus reicht.  Der Mensch aber kennt die Niederungen der unmoralischen Triebe wie Machthunger, Gier, Prestigesucht, Konkurrenz, Rechthaberei, Geiz und Unehrlichkeit, welche durch die Auslebung der Verstandeskräfte überhaupt erst ermöglicht werden. Tiere hingegen kennen die unmoralischen Triebe nur in begrenztem Maße, und zwar während des Brunftverhaltens im Kampf um die Vorherrschaft bei den Weibchen.  Ist die Brunft vorbei, löst sich die Negativität wieder auf und die Tiere leben weitgehend friedlich miteinander.

Nicht so beim Menschen.  Er ist lebenslang dabei, seine Unmoral zu kaschieren, zu unterdrücken, zu leugnen und heimlich auszuleben.  Der Verstand macht’s möglich.

Der Verstand ist also eine zwiespältige Instanz, welche dem Menschen durch eine naturhafte Laune zuteil geworden ist.  Er hat bislang immer nur bewiesen, dass er diesen zwar zu Höchstleistungen erfolgreich einsetzen kann, aber die moralisch saubere Handhabung dieses zweifelhaften Geschenks ist ihm bis heute nicht gelungen.

Der jugendlich heranwachsende Mensch möchte sich lösen von der Bevormundung durch seine Eltern, wobei sich der heranwachsende Verstand als schlauer Ratgeber anbietet.  Der noch nicht Erwachsene merkt, dass er die Übermacht der Eltern durchbrechen kann mit einer scharfen Waffe, der eigenen Verstandeskraft.  Die Eltern können ihn vielleicht moralisch fesseln, gegen die Übermacht der ausgebildeten Verstandeskraft hingegen sind sie machtlos.  Der eigene Freiheitsdrang überzeugt den Jugendlichen schließlich zur Aufgabe seiner Versorgungsprivilegien zugunsten des Kraftaktes der Lernverpflichtung, die zum Qualifikationsvorsprung führt, der wiederum den Schlüssel zur Freiheit beinhaltet.

Zwilling 30 Grade

  1. Der Verstand überwindet die Instinktebene
  2. Der Verstand orientiert sich zwischen Gefühlen und Lernaufgaben
  3. Der Verstand erlebt Affinität zu bestimmten Lernaufgaben
  4. Der Verstand erlebt die Macht der Gefühle
  5. Der Verstand versucht, die Gefühle zu dominieren
  6. Der Verstand wächst an seinen Lernaufgaben
  7. Der Verstand macht sich zum Mittler zwischen Einsicht und Gefühl
  8. Der Verstand kämpft gegen die Macht der Gefühle
  9. Der Verstand nutzt die Macht der Gefühle – er verbindet Gefühlsstärke mit intellektuellem Ziel
  10. Der Verstand übernimmt die Auswahl seiner Ziele
  11. Der Verstand optimiert seine Fähigkeiten im intellektuellen Training
  12. Der Verstand entscheidet nach Gemeinwohlkritieren über irdisches Engagement
  13. Der Verstand verbirgt emotionale Motive seines Handelns
  14. Der Verstand erkennt die Diskrepanz seiner vorgegebenen und seiner wahren Motive
  15. Der Verstand läutert seine Motive
  16. Der Verstand verzichtet auf Lustgewinn beim karitativen Handeln
  17. Der Verstand verzichtet auf Führungsanspruch beim karitativen Handeln
  18. Der Verstand verzichtet auf Zuwachs an Prestige bei seinen Tätigkeiten
  19. Der Verstand erwartet keinen Lohn mehr für seine Taten
  20. Der Verstand hat die Führung über die Triebebene gewonnen
  21. Der Verstand steht bereit zur Übernahme von Aufgaben außerhalb eigenen Begehrens
  22. Der Verstand übernimmt die intellektuelle Führung junger Lernender
  23. Der Verstand übernimmt die emotionale Betreuung junger Abhängiger
  24. Der Verstand übernimmt die moralische Führung junger Abhängiger
  25. Der Verstand übernimmt die karitative Betreuung Hilfloser und Betreuungsbedürftiger
  26. Der Verstand wird zum Lehrer der Menschlichkeit auf Grund eigener, untadlig demütiger Haltung
  27. Der Verstand ist universell einsetzbar im Dienste der Menschheit
  28. Der Verstand erfährt tiefe Bereicherung durch seinen selbstlosen Dienstag
  29. Der Verstand verbindet sich gleichberechtigt mit seiner erlösten Emotionalität
  30. Der Verstand begegnet Gott als Krönung seiner Dienste am Menschen

Dieser Beschulungsweg gibt dem jugendlichen Erwachsen Werdenden die schärfste Waffe in die Hand, deren er habhaft werden kann, nämlich seine eigenen Verstandeskräfte.  Die sind allerdings im Rohzustand zu nichts zu gebrauchen, müssen sie doch erst geschliffen werden durch schulische Belehrung und Beübung, erst dann läßt sich der Verstand erfolgversprechend einsetzen  zu was auch immer.  Bis diese Erkenntnis durchgedrungen ist, dauert es unterschiedlich lange bei den Heranwachsenden, die ihre Inspirationen lieber zur Lustverwirklichung einsetzen möchten anstatt zum Lernen.  An Motivierung durch Spiritualität ist in diesem Stadium noch nicht zu denken.