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Der Weg durch den Steinbock oder die Identifikation des Menschen als philosophische Existenz

Der Sinn suchende Mensch hat in seiner höchsten geistigen Leistungserbringung die Philosophie erdacht, die das intellektuelle Gegenstück zur Religion darstellt.  Auch hier sucht der Mensch nach Sinngebung, die er aber nicht erwartet von einer religiösen Überinstanz, die man auch „Gott“ nennt.  Hier bemüht er seinen eigenen Verstand, um Antworten zu finden auf die Grundsatzfragen des Lebens.  Dabei ist das höchste Ziel der eigene Erkenntniswert und nicht die persönliche Antwort aus einem „Du“, das außerhalb des menschlichen Denkens vermutet wird.  Um Erkenntnis aus sich selbst heraus zu erringen, bedarf es der Verwendung von intellektueller Technik, in diesem Falle des logischen Denkens, das man kreisen lässt um Fragen des sozialen und moralischen Verhaltens des Menschen.  Optimierung desselben ist eins der dabei anvisierten Ziele.

Die Fallstricke bei diesem Unterfangen sind unübersehbar.  Die Versuchung, das eigene Denkresultat zum Maß aller Dinge zu machen, ist nahe liegend.  Weltumspannende Ideologien sind auf diese Weise zur Beherrschung eben dieser Welt entstanden und missbraucht worden, indem man ursprünglich idealisierende Sozialkonzepte zur Tyrannis und Diktatur umfunktioniert und missbraucht hat.  Hier ist der soziale Fundamentalismus das Problem des menschlichen Umganges mit wohlmeinenden Ideologien, während im Schützen der religiöse Fundamentalismus das Problem ist.

Die Begegnung mit Gott geht nie mehr verloren – aber nicht jeder begegnet Gott.  Trotzdem verspürt jeder eine unbenennbare Sehnsucht nach Sinnerfüllung, die auch außerhalb von jeder Gottesvorstellung existent ist.  Der Mensch sehnt sich nach Erlösung, aber er weiß nicht, wo er sie suchen soll.  Der geistig berührbare Mensch versucht, das Menschsein zu verstehen, um mit diesem Verständnis leichter leben zu können, gegebenenfalls auch ohne Gott.  Unmerklich wird ihm bei diesem Bemühen Hilfe zuteil, die seine Seele erquickt und seinen Verstand befriedigt.  Das menschliche Sein gewinnt hiermit die erste philosophische Dimension.

Steinbock 30 Grade

  1. Der Mensch geht auf die Suche nach dem Sinn des Lebens
  2. Der Mensch orientiert sich in den verschiedenen Weltbildern
  3. Der Mensch macht interessante Entdeckungen
  4. Der Mensch wählt aus
  5. Der Mensch legt sich fest
  6. Der Mensch baut sich eine Festung
  7. Der Mensch sperrt sein Weltbild in die Festung
  8. Der Mensch riegelt sich nach außen ab
  9. Der Mensch erstarrt in seiner Lieblingsform
  10. Der Mensch hat die Freiheit der Beweglichkeit des Denkens verloren
  11. Der Mensch verliert den Kontakt zu seinen Mitmenschen
  12. Der Mensch findet keinen Trost in seinem Denken
  13. Der Mensch versinkt in Hoffnungslosigkeit
  14. Der Mensch sucht einen Ausweg
  15. Der Mensch geht erneut auf die Suche
  16. Der Mensch begegnet Menschen
  17. Der Mensch begegnet anderem Denken
  18. Der Mensch nimmt Abschied von seiner geistigen Festung
  19. Der Mensch öffnet sich neuen Ideen
  20. Der Mensch erfährt menschliche Wärme durch geistigen Austausch
  21. Der Mensch sucht Raum in der Wärme und freundet sich an mit neuem Denken
  22. Der Mensch identifiziert menschliche Wärme mit neuem Denken
  23. Der Mensch findet Halt in der Wärme und Sicherheit im neuen Denken
  24. Der Mensch akzeptiert ein neuen Weltbild
  25. Der Mensch vermittelt ein neues Weltbild
  26. Der Mensch überbringt sein Weltbild mit Wärme und Offenheit
  27. Der Mensch vermischt sein Weltbild mit neuen Ideen
  28. Der Mensch erfährt geistigen Fortschritt
  29. Der Mensch erfährt Lebenssinn im geistigen Fortschritt
  30. Der Mensch öffnet seine Türe für Gott

Dieser Beschulungsweg führt durch des Menschen liebste Gestade, nämmlich durch seine Identifikation mit höheren Werten.  Der Mensch sucht Begründungen für seine Existenz, die nicht aus religiösen Dogmen hergeleitet werden, sondern aus ureigenster Erkenntnis seines Seins, wobei intellektuelle Inspiration ihm entgegen kommt und ihn erhebt zu beglückender Spiritualität