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Der Weg durch den Schützen oder das Erwachen zur Transzendenz

Der rastlose Mensch sehnt sich nach Erfüllung und nach Ruhe, in welcher er innehalten und in sich hinein lauschen kann.  Er hatte so viel Erfolge auf der materiellen Ebene eingefahren, aber er kann sich seelisch nicht einlassen, weil er nicht weiß, wohin er gehört.  Obwohl er schon der Liebe begegnet war als erster spiritueller Basiserfahrung, hört die Sehnsucht nicht auf, das Objekt der Liebe nicht nur im irdischen Partner zu erfahren, sondern auf einer höheren Oktave zur Transzendenzerfahrung werden zu lassen.  Da der Weg dorthin unbekannt ist, braucht man einen geistigen Führer, der den Weg kennt und den Menschen sicher geleitet in die Sphäre seines Begehrens.  In diesem Begehren spricht der Mensch die spirituelle Dimension persönlich an und vermenschlicht sie damit.  In diesem Augenblick wird Gott für den Menschen geboren.

Jetzt hat der Mensch ein Gegenüber gefunden, das er zwar nicht fassen, aber fühlen kann.  Es entsteht eine wechselseitige Kommunikation, die der Mensch als „Gebet“ bezeichnet.

Die größte Herausforderung für den Menschen ist jetzt die Toleranz gegenüber denen, die einen anderen Zugang gefunden haben als er selbst, weil der naive Mensch seinen eigenen Zugang für universell gültig hält.  Je naiver einerseits und je triebgebundener andererseits der Mensch hier vorgeht, desto destruktiver werden die Folgen für das allgemeine Religionserleben sein.  Fundamentalistische Religionsführer reißen die Macht an sich und vermischen ihre religiösen Überzeugungen mit ihren niedrigsten Trieben wie Herrschaftsanspruch, Prestigedenken und Rechthaberei.  Die auf diesen Grundfesten entstehenden staatlichen Zusammenschlüsse sind reine Diktaturen.

Erst wenn der Mensch seiner Triebebene abschwört und nur noch den Willen Gottes erfüllen will und nicht mehr seinen eigenen, ist aus diesen Niederungen moralische Fortentwicklung möglich.  Diese Erkenntnis macht ihn glückllich.

Der einsichtige Mensch hat sich selbst überwunden und seine Rechthaberei besiegt.  Womit er nicht gerechnet hatte, war die Ernte seiner Selbstüberwindung, nämlich das Erwachen einer ihn beflügelnden Sehnsucht nach etwas, das er gar nicht benennen kann.  Es treibt ihn um und er macht sich auf die Suche nach etwas, das er erst kennen lernen muss.  Das Ziel seiner Sehnsucht ist beglückend trotz des Fremdheitsgefühls, das immer mehr einer tiefen Vertrautheit weicht.  Dem Menschen öffnet sich langsam eine Türe zu einem Raum, den zu betreten ihm erlaubt wird.  Hier erlebt er endlich, wonach er sich sein Äonen gesehnt hatte, eine tiefe Ergriffenheit seines Herzens, in der er am liebsten für immer verweilen würde.  Der Mensch identifiziert dieses Erleben mit Gott, und er weiß jetzt, wem seine tiefe Sehnsucht immer gegolten hatte.

Schütze 30 Grade

  1. Die Sehnsucht nach innerer Einkehr ergreift den Menschen
  2. Der Mensch überprüft sein Wertesystem
  3. Der Mensch verändert sein Wertesystem
  4. Der Mensch geht auf die Suche nach der Wahrheit
  5. Der Mensch findet Wahrheit
  6. Wahrheit ist Ergriffenheit
  7. Wahrheit ist für jeden anders
  8. Es gibt keine allgemeingültige Wahrheit
  9. Wahrheit verlangt Toleranz
  10. Wahrheit existiert nur in der Liebe
  11. Der Mensch verpflichtet sich der Liebe
  12. Der Mensch will Liebe für alle
  13. Der Mensch verwechselt Liebe mit Besitz
  14. Der Mensch glaubt, die Wahrheit zu besitzen
  15. Der Mensch ermächtigt sich, Wahrheit verteilen zu dürfen
  16. Der Mensch kämpft gegen alle außerhalb seiner Wahrheit
  17. Der Mensch tötet die Andersdenkenden
  18. Der Mensch verwaltet die Wahrheit
  19. Der Mensch vergisst die Wahrheit
  20. Der Mensch verrät die Wahrheit
  21. Der Mensch hat damit die Liebe verloren
  22. Der Mensch herrscht ohne Liebe
  23. Dem Menschen geht die Gemeinschaft verloren
  24. Der Mensch kennt die Wahrheit nicht mehr
  25. Der Mensch verdorrt in der Unwahrheit
  26. Der Mensch versinkt in der Verzweiflung
  27. Der Mensch begibt sich aufs Neue auf die Suche nach der Wahrheit
  28. Der Mensch findet Liebe
  29. Der Mensch erkennt in der Liebe die Wahrheit
  30. Der Mensch liebt die Wahrheit und versinkt in Gott

Dieser Beschulungsweg erhebt den Menschen erstmalig heraus aus seiner irdischen Niederung empor in die Spiritualität, weil er selbst darum gebeten hatte.  Auf der Erde war der Mensch der irdischen Liebe gegegnet, die ihn so angerührt hatte, dass seine Sehnsucht höherer Ergriffenheit erwachte, so dass er, seiner Inspiration folgend, einen Ruf aussandte, der für ihn spürbar beantwortet wurde.  Das war seine erste Begegnung mit Gott.