Blog

Der Weg durch den Löwen oder die Unausweichlichkeit des Arbeitseinsatzes

Die menschliche Seele liebt nichts so sehr wie das Vergnügen.  Steht  ein Berg unerledigter Arbeit dem entgegen, so muss sie sich sehr beherrschen, um nicht auszuweichen und dem Vergnügen den Vorzug zu geben vor ihren unerledigten Aufgaben.  Aber der Mensch ist nun mal drauf angewiesen, für sich selbst und für seine unterstützungsbedürftigen Familienmitglieder zu sorgen, damit sie keine Not leiden und satt werden.

Arbeit ist erst in höher entwickelten Gesellschaften mit Lust verbunden, wenn sie nämlich der ureigensten Interessenausrichtung entspricht.  Dann kann Arbeit zur Befriedigung eigenen Wünschens werden, wenn sie die eigenen Begabungen bedient.  Da in allen Gesellschaften die Begabten zusammen mit den weniger Begünstigten gemeinsam leben, schafft Arbeit soziales Gefälle zwischen  den naturhaft unterschiedlich Angelegten.  Erst später, wenn die Güterverteilung nachhaltig festgelegt ist, entstehen die sozialen Ungerechtigkeiten, die nicht mehr auf unterschiedlichen Begabungen beruhen, sondern auf unterschiedlichen Begüterungen.

Der kraftvolle Jungmensch sucht Beschäftigung, die ihn legitimiert, seinen Freiheitsdrang auszuleben.  Dabei merkt er ganz schnell, dass es davon mehr als genug gibt, nur Spaß macht die Beschäftigung dann nicht mehr, wenn sie zur unausweichlichen Verpflichtung wird und in Arbeit ausartet.  Das Vorrecht der Kindheit ist die Faulheit, die dem Kind nur allzu schnell streitig gemacht wird von den Pflichten des Älterwerdens. Diese Reifungserkenntnis fällt dem Menschen naturgemäß nicht leicht.  Das Paradies der verpflichtungsfreien Kindheit wird nur allzu schnell verwandelt in die Lern- und Arbeitspflichten des Heranwachsenden.  Hat der Erwachsene diese Wende nicht rechtzeitig erkannt, tut er sich später schwer, das Versäumnis nachzuholen.  Die Nachteile der Arbeitsverweigerung bringen nachhaltigen Schaden und behindern eine geglückte Selbstverwirklichung im erwachsenen Leben.

Löwe 30 Grade

1.        Der Mensch erwacht zum Sein

2.        Der Mensch erlebt sich durch Tätigkeit

3.        Der Mensch erprobt seine Kraft in der Arbeit

4.        Der Mensch selektiert lustvolle Tätigkeit und mühsame Arbeit

5.        Der Mensch findet seinen Platz durch Tätigkeit

6.        Der Mensch erprobt verschiedene Tätigkeitsbereiche

7.        Der Mensch identifiziert sich mit seiner Lieblingsbeschäftigung

8.        Der Mensch qualifiziert sich durch sein Können

9.        Der Mensch erfährt soziale Beziehung durch gemeinsame Arbeit

10.   Der Mensch wird sich der Notwendigkeit gemeinsamer Arbeit bewusst

11.   Der Mensch setzt Arbeit ein zur Durchsetzung gemeinsamer Ziele

12.   Der Mensch arbeitet pflichtbewusst zum Wohle aller

13.   Der Mensch übernimmt Arbeitspflichten auch ohne eigenen Lustgewinn

14.   Der Mensch erbringt Leistung

15.   Der Mensch erbringt Leistung, um zu führen

16.   Der Mensch dominiert durch die Qualität seiner Arbeit

17.   Der Mensch besinnt sich auf das Gemeinwohl

18.   Der Mensch überprüft die Motive seines Leistungseinsatzes

19.   Der Mensch erkennt die Notwendigkeit zum selbstlosen Arbeitseinsatz

20.   Der Mensch stellt Leistung zur Verfügung außerhalb egoistischer Motive

21.   Der Mensch identifiziert sich durch selbstlosen Arbeitseinsatz

22.   Der Mensch erhöht sein Lebensgefühl durch altruistische Leistung

23.   Der Mensch verbirgt sich hinter seiner Tätigkeit

24.   Der Mensch orientiert sich zur karitativen Tätigkeit

25.   Der Mensch erwartet keine Belohnung mehr, nur noch Entlohnung für seine Arbeit

26.   Der Mensch erfährt tiefe Befriedigung aus karitativer Tätigkeit

27.   Der Mensch versteht seine Arbeit als Dienst am Ganzen

28.   Der Mensch erfährt Sinngebung durch seine Arbeit als Dienst

29.   Der Mensch arbeitet unermüdlich zum Wohle aller Menschen

30.   Der Mensch begegnet in der Arbeit Gott

Dieser Beschulungsweg ist ebenso unausweichlich wie unbeliebt, weil er das naturhafte Kindstadium des Menschen überwinden muss zugunsten einem erwachsenen Reifungsstadium.  Der Mensch weicht aus, wehrt sich und muss letztendlich doch nachgeben, weil seine Erkenntnis die widerstrebenden Inspirationen überwiegen.  Womit er nicht gerechnet hatte, dass am Ende eines erfolgreichen Arbeitsweges durchaus auch Erfüllung durch unerwartete Begegnung mit der Spiritualität im eigenen Inneren wartet.