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Der Tierkreis als Präsentation der menschlichen Triebnatur

In der traditionellen Astrologie wurde der Tierkreis als Forum für die Darstellung unterschiedlicher Charaktere verwendet, mit denen man versuchte, ein möglichst vollständiges Spektrum des menschlichen Seins abzubilden.  Jeder kennt diesen Umgang, wie „typisch Widder“, „so kann sich nur ein Stier benehmen“ oder „ein Krebs kann das eben nicht“ usw.  Jedes Sternzeichen bekommt einen bestimmten Stempel aufgedrückt, der mit einem menschlichen Typus zu vereinbaren ist, und es wird unterstellt, dass innerhalb eines bestimmten Sternzeichens nur Menschen geboren werden, die charakterlich dazu passen.  Weil das aber kaum möglich ist, werden die einzelnen Charaktere notgedrungen eher schwammig dargestellt, so dass jeder ein paar für ihn passende Floskeln heraus holen kann, die auf jeden Fall passend sind, was weder befriedigend noch überzeugend ist.

Deshalb wird in diesem Spiegelinstrument gänzlich verzichtet auf Charakterologie/Typologie, der Tierkreis wird statt dessen in zwölf Tätigkeitsfelder unterteilt, in welchen jeder Mensch in jedem Leben antreten muss, um sie mehr oder weniger erfolgreich zu durchlaufen.  In jedem Tätigkeitsfeld wird eine ganz bestimmte menschliche Beauftragung thematisiert, wobei die Beschreibung des menschlichen Tuns die für den Menschen typischen Höhen und Tiefen durchläuft; niemand macht alles auf einmal richtig, jeder macht Fehler und jeder erreicht am Ende seine Bestimmung, ganz gleich, wie sehr er gefehlt hat oder gestrauchelt ist.  Tatsächlich geht es in dieser Tierkreisdarstellung mehr um die Fehler als um den Erfolg.  Erfolg wird jedem irgendwann einmal zuteil, ohne dass er dabei noch allzu viel zu lernen hat.  Gelernt aber wird aus den Fehlern, hier ist Verhaltensänderung angesagt, was dem Menschen naturgemäß am schwersten fällt.

Der Tierkreis wird in diesem System also als Raum menschlichen Handelns dargestellt, wobei die Art des Handelns Rückschlüsse auf den Charakter des Handelnden erlaubt. Jedes der hier dargestellten Tätigkeitsfelder zerfällt in eine positive und eine negative Erfüllungsebene der angeschnittenen Beauftragung.  Je nach Platzierung in diesem System sind Rückschlüsse auf die Lernerfordernis des Datengebers möglich.

Lernerfordernis ist das Zauberwort aller menschlichen Entwicklung.  Ohne Lernprozesse kein Fortschritt, keine Höherentwicklung.  Deshalb ist die Lernerfordernis der eigentliche Antrieb des Menschen, was ihn eng verbindet mit seinem Impulsgeber, der alle Lernprojekte vorantreibt, um dem Menschen zuletzt dabei behilflich zu sein, seinen Lernfortschritt positiv für sich zu nutzen. Ohne Erkenntnis aber kann der Mensch nichts lernen, also wird er  unmerklich durch Inspirationen voran geführt und, wenn er das Walten Gottes dabei erahnt, wird ihm eine Begegnung mit der eigenen Spiritualität geschenkt.