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Der neuartige Seelenspiegel zwischen intellektueller Verschlüsselung und verblüffender Direktheit

Der Mensch erkennt sich am leichtesten wieder, wenn er in seinen Schwächen gespiegelt wird, gleichzeitig ist diese Art von Spiegelung die am wenigsten beliebte, weil sie  schmerzt.  Das Tierkreispsychogramm kennt vier Kategorien von Formulierungen, nämlich positiv bestätigende, neutrale, kritische und leidvolle Etikettierungen.  Der Wiedererkennungswert ist am höchsten bei den kritischen Statements, weil hier ein triebnatürliches Verhalten aufgegriffen wird, das den Menschen in den Augen seines Umfeldes als „schwierig“ erscheinen lässt.  Die leidvollen Formulierungen sind für den Menschen selbst dann sofort erkennbar, wenn die Leidenserfahrung biografisch schon durchlebt worden ist, was jedoch im früheren Jugendalter oft noch nicht der Fall gewesen ist.  Neutrale Formulierungen haben zunächst den geringsten Wiedererkennungswert, weil sie unspezifisch zu sein scheinen, da sie für viele Andere auch zutreffen.  Bei klar positiven Formulierungen spürt der Mensch schon eher ein freudiges „Ja, so bin ich“, weshalb sie eine höhere Bereitschaft zur Identifikation auslösen.

So ist es zu erklären, dass es scheinbar qualitativ unterschiedliche Tierkreispsychogramme hinsichtlich des Wiedererkennungswertes gibt, was sich bei genauerer Analyse der Biografien der Datengeber aber nicht bestätigt.  Jeder Mensch hat ganz charakteristische Lernaufgaben mit auf den Weg gekriegt von seiner Schicksalsmacht, die ihn ausstattet mit einem für ihn typischen Lernprogramm, das jedermann in seinem Herzen spüren kann, wenn er offen genug ist für seine Lernerfordernisse.  Nur Menschen, die ganz verschlossen sind für ihre neuralgischen Punkte kommen nicht an die Botschaft heran, die ihnen das Tierkreispsychogramm offeriert.

Tatsächlich gibt es viele Konstellationen, wo Menschen mit Etikettierungen bedacht werden, die ihrem Realverhalten in keiner Weise gerecht zu werden scheinen, und zwar wird ihnen in für sie völlig überhöhter Formulierung ein Verhalten unterstellt, dem sie in der Realität absolut noch nicht gewachsen sind, quasi eine paradoxe Überhöhung.  Diese Konstellationen sind nicht falsch, sondern als Anreize zu verstehen, ein noch korrekturbedürftiges gegenteiliges Verhalten zu transformieren auf eine moralisch höher entwickelte Verhaltensebene.  Eine derartige Zuordnung bedeutet immer Entwicklungsbedarf, mit dem ein Mensch angetreten ist und der für ihn spürbar wird durch eine nagende Unruhe und innere Anspannung zum Thema, das ihn jedenfalls nicht mit Gleichgültigkeit erfüllt.  Diese paradoxen Überhöhungen bedeuten immer, dass der Mensch zum Thema auf den Weg gebracht wird, auch wenn er sich zum augenblicklichen Zeitpunkt noch in Ablehnung zur Anforderung befindet.

Auch die neutralen, zunächst unproblematisch erscheinenden Formulierungen machen vielen Datengebern Probleme mit der eigenen Wiedererkennung, weil sie die scheinbare Neutralität mit Unpersönlichkeit verwechseln, was aber so nicht stimmt.  Viele neutral scheinende Formulierungen enthalten bei näherem Hinschauen eine verdeckte Anforderung, die nur deswegen als solche zurücktritt, weil sie als Selbstverständlichkeit ausgedrückt in ihrem fordernden Charakter kaschiert wird.  Durch einfache Enttarnung, also Umformulierung in eine Forderung, wird der Wiedererkennungswert oft größer für den Datengeber, der sich damit in seiner Lernerfordernis besser erkennt.  Die Erweiterung des Verbs durch die Einfügung des Wörtchens „sollte“ wirkt oft sehr erhellend für das Verständnis.

Tatsache bleibt, dass die direkt kritisch formulierten Psychogramme den größten Wiedererkennungswert haben, was aber nicht bedeutet, dass die neutraler formulierten weniger charakteristisch sind.  Jeder Mensch, der seinem eigenen Tierkreispsychogramm begegnet, erhält genügend Hilfe aus dem eigenen Inneren zum Verständnis der an ihn gerichteten Botschaft, wenn er bereit ist, auch kritische Aspekte bei sich selbst anzuschauen.  Wer nur an Selbstbestätigung interessiert ist und die eigenen Schwachstellen lieber nicht wahrnehmen möchte, wird ohne diese Hilfe auskommen müssen, was er dann zum Anlass nimmt, das Tierkreispsychogramm abzuwerten als zu wenig aussagekräftig und uncharakteristisch für ihn.  Ein bestimmter Teil der Klienten wird immer auf dieser Stufe verharren und sich lieber der klassischen Astrologie zuwenden, wo die Uferlosigkeit und die Unschärfe der angebotenen Formulierungen genug Nischen zum Ausweichen vor der eigenen Unvollkommenheit bieten.  Auf dieser Stufe kann der Mensch seine Inspirationen noch nicht richtig deuten, geht den Weg des geringsten Widerstandes.

Die Astrologie präsentiert das Horoskop als Urbild der Seele, das sich entfaltet zwischen Sternzeichen und Planeten.  Die Tierkreispsychologie hat einen Seelenspiegel  entwickelt,  der zwischen Persönlichkeitstest, Charaktertest und  Psychogramm angesiedelt ist, indem sie die Weisheit der Astrologie mit der Intelligenz der Psychologie vereint zu einer astrologischen  Psychoanalyse